Hey,
ich habe eine meiner alten Kurzgeschichten gefunden. Nach dem durchlesen kam ich zu dem Schluss, dass es keine schlechte Idee wäre, sie hier zu veröffentlichen. So seht ihr und natürlich auch ich, wie ich mich verbessert habe, sobald ich ein paar der neuen veröffentlicht habe.
Also hier ist sie und viel Spaß beim Lesen.
Es war eine kalte Dezembernacht. Leise verließen weiße Flocken ihr weiches Bett in den Wolken und schwebten auf die Erde herab, sodass sich alles in ein wunderschönes weiß färbte. Der Mond freute sich so sehr über die nun prachtvolle Landschaft, dass er so gleich heller schien und so seine Strahlen die dichte Wolkendecke durchdrangen. Sie gelangten bis zum Boden und ließen den Schnee auf märchenhafte Weise funkeln.
Dasselbe geschah auch auf einer Lichtung, die umgeben war von riesigen, schneebedeckten Tannen. Doch war hier etwas anders. Denn hier war der Schnee nicht einheitlich weiß. In der Mitte der Lichtung verfärbte sich die weiße Decke der Erde langsam rot. Schuld daran war eine Frau, mit langen Ebenholzschwarzem Haar. Ihre Haut war unnatürlich blass und bildete einen starken Kontrast zu ihrer Haarfarbe. Doch war es keine hässliche Blässe, sondern eine schöne. Die Farbe ihrer Haut war so schön, dass der Mond sie am liebsten ewig beschienen hätte.
Ihre Augen waren geschlossen, weswegen ihre langen Wimpern sanft ihre Haut streichelten. Blut quoll aus ihren Augen und hinterließ eine rote Tränenspur auf der Wange. Hätte der Mann, der die junge Frau in seinen Armen hielt, seine andere Hand frei gehabt, so hätte er ihr sie weggewischt, denn es tat ihm weh, sie so zu sehen, vor allem weil er Schuld an ihrem Leid war. Trotzdem wusste er, dass sie es verdient hatte, nach allem was die Dämonin ihm angetan hatte.
„Sebastian!“, flüsterte sie heiser. Trotz dass ihre Stimme so schwach und fast gebrochen war, hatte diese immer noch denselben schönen Klang mit dem sie ihn betört hatte. Ganz langsam öffnete sie ihre Augen. „Schau mich an!“, herrschte sie ihn leise an. Doch er weigerte sich. Er konnte ihr nicht in die Augen schauen. Das Risiko, das er schwach werden würde, war zu groß.
Die Dämonin wusste, dass sie es nicht anders verdient hatte, trotzdem schmerzte es, dass der Vampir es nicht mal mehr ertrug sie anzusehen. Das Blut, das ihr aus der Wunde am Bauch heraus floss, färbte den Boden weiterhin rot. Das Schwert, das der Verursacher dieser Wunde war, hielt der Vampir immer noch in der Hand. Die bis vor wenigen Minuten noch weiße Schwertscheide war getränkt von ihrem Blut und erinnerte sie schmerzlich an die letzten Stunden, in denen sie die komplette Familie und den Besitz des jungen Mannes vernichtet hatte. Er hatte daraufhin beschlossen sich zu rächen, in dem er ihr das Leben nahm.
„Es tut mir so leid.“, flüsterte sie heiser. Es waren ihre letzte Worte. Sie sah noch wie sich die wunderschönen, blauen Augen, die sie sonst immer so liebevoll angeschaut hatten, überrascht aufrissen, dann wurde alles schwarz. Das letzte was sie wahrnahm, bevor sie ihr Leben hinter sich ließ, war wie Sebastian flüsterte: „Victoria, ich liebe dich!“
Ich erbitte Kritik, denn nur so weiß ich, was ich das nächstes Mal besser machen soll. Ansonsten hoffe ich, sie hat euch gefallen.
LG eure Thot
