Der erste Prolog in Goethes Faust ist eine Widmung, ob an das Publikum oder an sich selbst ist nicht ganz klar.
In diesem Monolog erzählt das lyrische Ich von seinem Verhältnis zu diesem Werk. Ihm liegt sehr viel an diesem, denn es lässt ihn nicht los, sondern die „schwankenden Gestalten“ (V.1), also die Figuren, tauchen immer wieder in seinem Gedächtnis auf. Es bringt ihm Glück und Freude an diesem Werk zu arbeiten: „Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage“ (V.9) Er sehnte sich lange mit seinem Herzen nach den Figuren, sodass er letztendlich alles niederschreibt und sie damit zur Wirklichkeit bringt: „Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen […] und was verschwand wird mir zu Wirklichkeiten.“ (V.25-32)
Für einen vollständigen Überblick über diesen Prolog, folgt nun eine Inhaltsangabe
1.Strophe: Das lyrische Ich berichtet über seine ersten Gedanken zu Faust und wie diese ihn immer wieder heimsuchen.
2.Strophe: Die Ideen bringen gute Erinnerungen und deshalb versucht er sie mit seinem Verstand zu fassen.
3.Strophe: Die ersten, die sein Werk hörten (seine Freunde) sind nicht Teil des neuen, fremden Publikums. Doch auch das neue Publikum ist bewegt/begeistert.
4.Strophe: Das lyrische Ich sehnt sich nach seinen Figuren und möchte sie zurück, weswegen er sie Teil der Wirklichkeit werden lässt, er sie also nieder schreibt.
Formal handelt es sich bei Zueignung um eine Stanze. Dabei handelt es sich um eine italienische Strophenform, die einen fünfhebigen Jambus hat und deren letztes Reimpaar oft einen inhaltlichen Bruch darstellt oder als Synthese einen krönenden Abschluss bildet.
