Zusammenfassung Teil 2

Hier ist der zweite Teil meiner Zusammenfassungen. Falls ihr noch etwas ergänzen würdet, könnt ihr das gerne in die Kommentare schreiben. Aber fangen wir jetzt an.

EIN GARTENHÄUSCHEN

Faust und Gretchen treffen im Gartenhäuschen wieder aufeinander und küssen sich. Gretchen erwidert Fausts Zuneigung, ist sich aber seiner Absichten nicht sicher. Mephisto unterbricht die Beiden und alle verabschieden sich voneinander.

WALD & HÖHLE

Faust glaubt vielleicht doch in Harmonie leben zu können und dies glaubt er dem Geist verdanken zu können, da dieser im Mephisto geschickt hat. Mephisto möchte Faust wieder zu Gretchen zurück zu schicken und Faust erkennt, dass er manipuliert und verkuppelt wurde. Letztendlich akzeptiert er es aber und macht sich auf den Weg zu Gretchen.

GRETCHENS STUBE

Gretchens Monolog, in dem sie sich vor Liebe und Verlangen nach Faust verrückt macht und ahnt dass das Ganze vielleicht kein gutes Ende nehmen wird.

MARTHENS GARTEN

In dieser Szene fragt Gretchen Faust nach seiner Religion. Faust redet sich heraus, er ist zwar kein Christ, aber er verehrt trotzdem Gott und zwar durch die Natur (Gottesschöpfung). Faust möchte sich nicht von Gretchen bekehren lassen. Zudem äußert Gretchen ihre Bedenken bezüglich Mephisto und möchte das Faust sich von ihm distanziert. Faust will Gretchen nachts besuchen und gibt ihr einen Trank, damit die Mutter nicht aufwacht.

AM BRUNNEN

Gretchen und Lieschen unterhalten sich. Lieschen erzählt Gretchen von Sibylle, die sich verführen hat lassen, nun schwanger ist und Buße tun muss. Gretchen erkennt, dass ihr ein ähnliches Schicksal zuteil werden wird.

ZWINGER

Gretchen steht vor dem Bild von Mater dolorosa und fleht um Beistand und Rettung.

NACHT 2

Valentin (Gretchens Bruder) lauert vor Gretchens Türe. Als Faust und Mephisto auftauchen, erkennt dieser in Faust Gretchens Liebhaber und macht ihm Vorwürfe. Dies artet in einem Kampf aus, bei dem Valentin von Faust getötet wird. Wegen des Lärms kommen alle herbei, während Faust und Mephisto fliehen. Valentin macht Gretchen ebenfalls schwere Vorwürfe und stirbt dann.

DOM

Bei der Totenmesse macht sich Gretchen schwere Vorwürfe bzw. ein böser Geist macht ihr die Vorwürfe, der aber hier als ihr Gewissen angesehen werden kann. Hier wird nochmal auf den Mord an ihrer Mutter und der Tod ihrer Bruders hingewiesen, der in gewisser Weise ebenfalls ihre Schuld ist. Von der ganzen Schuld bekommt Gretchen eine Panickattacke und wird ohnmächtig.

WALPURGISNACHT

Faust und Mephisto feiern mit den Hexen auf dem Blocksberg, denn Faust möchte unbedingt alles Kennenlernen, auch wenn es böse ist. Alles ist komisch, magisch, paradox und sexuell angehaucht. Ein Trugbild von Gretchen erscheint Faust und Mephisto warnt ihn.

WALPURGISNACHTSTRAUM

Hier wird ein Schauspiel im Schauspiel aufgeführt. Die Handlung ist schwer verständlich und nicht wichtig für die restliche Handlung.

TRÜBER TAG FELD

Gretchen wurde nach gescheitertem Fluchtversuch eingesperrt. Faust erfährt dies und sauer auf Mephisto, weil dieser es ihm nicht erzählt hat und sie stattdessen auf dem Blocksberg gefeiert haben. Faust ordnet an Gretchen zu befreien, weswegen Mephisto ihm also hilft.

NACHT, OFFEN FELD

Faust und Mephisto sind auf dem Weg in die Stadt, um Gretchen zu befreien, dabei sehen sie die Hexen auf dem Rabenstein, die Gretchens Hinrichtung vorbereiten. Sie treiben die Pferde also zu noch größerer Eile an.

KERKER

Faust erscheint im Kerker, um Gretchen zu befreien. Diese erkennt ihn jedoch nicht und hält ihn für ihren Henker. Sie gesteht sich selbst ihre Schuld an. Sie denkt, dass sie den Tod verdient hat und will nicht gehen, auch als sie Faust endlich als ihren Liebhaber erkennt. Faust drängt sie zu Flucht, aber sie hat ihr Schicksal akzeptiert. Sie hat ihre Mutter und ihr und Fausts Kinder ertränkt und übergibt sich daher Gottes Gericht und bittet um die Vergebung ihrer Sünden. Letztendlich verschwinden Faust und Mephisto und Gretchen wird hingerichtet.

So endet Faust 1. Damit sind wir nun auch mit den Zusammenfassungen durch. Kommentiert mir gerne eure Meinung zu diesem Stück. Damit verabschiede ich mich und wir sehen uns hoffentlich beim nächsten Mal.

Liebe Grüße Thot

Zusammenfassung Teil 1

Heute haben wir mal wieder ein paar Zusammenfassungen für Faust 1. Ich habe jetzt entschieden mehrere Kapitel in einem Post zu machen und dies ist der erste von zweien, sodass wir am Abend eine Zusammenfassung für jedes Kapitel haben.

VOR DEM TOR

Es ist Ostern und alle feiern ausgelassen und treiben aus der Stadt, mit Ausnahme Faust und Wagner. Faust fühlt sich in diesem bunten Treiben relativ unwohl und möchte nicht, dass die Bewohner ihm und seinem Vater danken, wo sie ihnen doch eher geschadet, als geholfen haben. Bei ihrem Weg in die Stadt treffen Faust und Wagner auf einen Pudel und Faust erkennt sofort das Böse in ihm, doch Wagner redet ihm ein, es wäre nur Einbildung. Die Beiden nehmen den heimatlosen Pudel mit sich.

STUDIERZIMMER 1

Im Studierzimmer macht sich Faust sofort an die Bibelübersetzung, doch der Pudel ist damit nicht zufrieden und stört Faust deshalb die ganze Zeit. Faust bemerkt, dass mit dem Pudel doch etwas nicht stimmt und nach mehrmaligen Entzauberungsversuchen, gibt sich Mephisto zu erkennen. Doch Faust ist nicht entsetzt, sondern möchte sich mit Mephisto unterhalten und ladet ihn wieder zu sich ein. Ebenfalls möchte er einen Pakt, doch Mephisto möchte erstmal gehen und schickt Faust schlafen, um zu entkommen.

STUDIERZIMMER 2

Mephisto besucht Faust wieder und bietet ihm nun den Pakt an. Er bringt ihm Genuss in diesem Leben und Faust dient ihm dann nach seinem Tod in der Ewigkeit. Faust willigt ein, da er der Meinung ist, dass es nie dazu kommen wird. Der Pakt ist Fausts letzter Ausweg nachdem sonst alles gescheitert ist. Beide sind sich ihres Sieges sicher. Nach einem Gespräch von Mephisto mit einem Schüler, in dem dieser alle Fakultäten kritisiert, brechen Faust und Mephisto zu einer Reise auf.

AUERBACHS KELLER IN LEIPZIG

Mephisto führt Faust in Keller zu einem Trinkgelage, bei dem sich Faust jedoch alles andere als Wohl fühlt. Durch Mephistos Lied wird deutlich, dass diese Trinkenden zwar sich von den Adligen befreien wollen, aber nichts dafür tun, alles was sie im Kopf haben ist Trinken. Letztendlich gehen Mephisto und Faust wieder.

HEXENKÜCHE

Mephisto und Faust befinden sich nun in der Küche einer Hexe, bei der Faust einen Verjüngungsdrank bekommt und im Spiegel erblickt Faust die wunderschöne Helena. Der Trank vernebelt Faust Sine und regt seine Begierde an und jede Frau schaut ihm nun wie eine wahre Schönheit. Hier wird nun die Gretchen Handlung eingeführt und dies ist der Versuch des Teufels zu gewinnen.

STRAßE 1

Schon in dieser Szene trifft Faust auf Gretchen und macht sich an sie ran, was sie aber abwehrt. Diese Unschuld reizt Faust aber um so mehr und er bittet Mephisto diese für ihn zu gewinnen. Faust möchte Gretchen noch heute Nacht in seinem Bett, Mephisto verweigert, aber um sein Bemühen zu zeigen, willigt er ein diesen bei Nacht in ihr Zimmer zu bringen.

ABEND

In dieser Szene befindet sich der Leser sofort in Gretchens Zimmer, dass zwar klein, aber sehr reinlich und ein gute Atmosphäre hat. Nachdem Gretchen gegangen ist, betreten Faust und Mephisto das Zimmer. Faust ist begeistert und betet Gretchens Unschuld und Heiligkeit an. Um Gretchen für sich zu gewinnen, lässt er ein Schmuckkästchen da. Gretchen kommt zurück und findet das Kästchen und ist sofort von dem Schmuck begeistert, denn es macht sie in den Augen der Leute schöner.

SPAZIERGANG

Mephisto und Faust unterhalten sich. Mephisto ist verärgert, da Gretchen ihrer Mutter das Schmuckstück gezeigt hat, weswegen der Pfarrer den Schmuck an sich gerissen hat. Faust bittet Mephisto um neuen Schmuck, damit Gretchen ihm verfällt.

DER NACHBARIN HAUS

Gretchen geht zu ihrer einsamen Nachbarin Marthe, da sie wieder neuen Schmuck entdeckt hat. Die Nachbarin rät Gretchen den Schmuck dieses Mal vor der Mutter zu verheimlich. Mephisto erscheint und nutzt Marthes Unsicherheit, ob ihr Mann noch lebt, um ein Treffen zu organisieren für Faust.

STRAßE 2

Mephisto überredet Faust sich als Zeuge für den Tod von Marthes Mannes auszugeben. Faust weigert sich erst, jedoch lässt sich letztendlich von Mephisto überreden, denn nur durch Lügen hat Faust eine Chance auf Gretchen.

GARTEN

Im Garten treffen Gretchen und Faust wieder aufeinander. Während diese Beiden sich unterhalten, führt Mephisto ein Gespräch mit Marthe, was jedoch sehr oberflächlich ist. Faust gesteht Gretchen stürmisch seine Liebe, vermeidet dabei aber das Ich und macht damit keine eindeutige Liebeserklärung. Gretchen entflieht, Faust ihr hinterher.

Das war es erst mal. Wir sehen uns dann beim nächsten Beitrag, wo die restlichen Kapitel zusammengefasst werden.

Liebe Grüße Thot

Nacht

In Nacht von Goethes Faust lernen wir zum ersten Mal Faust persönlich kennen und werden auch so gleich mit seinen Problemen konfrontiert.

Sein erstes Problem ist eines, was auch viele Schüler beklagen. Alles Lernen ist umsonst und Schule und studieren ist vollkommen nutzlos (vgl. V.357-64) Ob diese Aussage stimmt, sei mal so da hingestellt.

Auf jeden Fall hat Faust nun das große Problem, dass die Schule und all das Gelernte ihm keine Antwort auf die Frage, wie die Welt eigentlich funktioniert bzw. was ihr Kern ist (vgl. V.382f.), geben konnten.

Faust grandiose Idee dieses Problem zu lösen ist Magie (vgl. V.377). Sie soll ihm die Antwort auf diese Frage liefern. Er nimmt also dieses magische Buch von Nostradamus (vgl. V.419f.) und ruft einen Geist an (vgl. V.425-29).

Zu Faust Enttäuschung antwortet auch der Geist ihm nicht. Da er auch keine magische Erleuchtung bekommt, entscheidet er sich, sich umzubringen, da er so wissenslos nicht weiter Leben kann (vgl. V.693 ff.). Glücklicherweise wird er gerade noch so von einem Engelschor davon abgehalten.

Was haltet ihr von Faust Problemen und vor allem von seinen Lösungen? Bitte tut mir nur den Gefallen und folgt seinem Beispiel nach seiner Erkenntnis, das er eigentlich nichts weiß.

Ansonsten habe ich nichts mehr hinzu zufügen und wir sehen uns hoffentlich bei einem anderen Beitrag.

Liebe Grüße Thot

Hintergrundwissen

In diesem Beitrag beleuchten wir mal ein wenig die Hintergrund von Goethes Faust. Dabei gehe ich ein auf der historische Faust, Faust Versionen und Faust-Stoff bei Goethe ein. Es kommt sicher irgendwann noch einen weiteren Beitrag dieser Art. Zunächst aber diese drei Themen

DER HISTORISCHE FAUST

Tatsächlich gibt es kaum Quellen zum Leben von Doktor Faust. Selbst sein Geburtsort und -jahr sind umstritten. Sicher ist, dass er ein berühmter Arzt und Alchemist war. Jedoch wendete er sich der Magie zu und führte 1506 sogar magische Kunststücke vor und stellte Horoskope. Dies führte zu seinem negativen Ruf. Die Kirche beschimpfte ihn als Gotteslästerer und Teufelsbündler. Trotzdem seien die Menschen fasziniert von ihm gewesen. Er war eine Faszination und wird letztendlich zum Typus des modernen Menschen am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. 1540/41 stirbt er, als er anglich versuchte Gold bei chemischen Experimenten herzustellen. Dabei entfachte er eine Explosion und starb.

Quellen: https://www.abipur.de/referate/stat/646164325.html http://www.schwertschlager.de/deutsch/faust/historisch.htm

FAUST VERSIONEN

Es gibt verschiedene Versionen von Faust. Insgesamt vier. Urfaust (1772-1775), Faust – Ein Fragment (1790), Faust- Eine Tragödie (1808) und Faust – Der Tragödie zweiter Teil. Urfaust ist die früheste Fassung von Faust und Faust – Ein Fragment seine Weiterentwicklung, bei der einige Szenen verändert oder gestrichen wurden. Die unterschiedlichen Versionen werden verschiedenen Epochen zugeordnet. Urfaust dem Sturm & Drang, Faust – Ein Fragment der Weimarer Klassik, Faust der erste Teil sowohl dem Sturm & Drang, als auch der Weimarer Klassik und Faust der zweite Teil der Weimarer Klassik und der Romantik.

Quelle: https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/urfaust

FAUST-STOFF BEI GOETHE

Die Lebensgeschichte von Doktor Faust gehört zu den beliebtesten Stoffen der europäischen Geschichte und wurde verwendet als einen Spiegelbild der Zeit und ihrer moralischen Krisen. Viele griffen Fausts Geschichte auf und fügte immer wieder neue Aspekte hinzu. Bei Goethe wurde im Vergleich zu den früheren Faust Büchern die Handlung um die Wette zwischen Gott und Teufel und um die Gretchen-Handlung erweitert. Ebenfalls erweiterte Goethe dieses Menschheits- zu einem Seelendrama, da es nicht nur um das Schicksal einer einzelnen Person, sondern um das der ganzen Menschheit geht.

Quellen: https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/urfaust https://www.buecher-wiki.de/index.php/BuecherWiki/Faust

Die drei Prologe von Faust

In diesem Beitrag befassen wir uns noch einmal mit allen drei Prologen des Faust. Dabei verwenden wir die Aussagen eines anderen Textes, beleuchten und belegen sie gegebenenfalls.

ZUEIGNUNG

Wenn wir den Titel des ersten Prologs lesen, kommt uns schon gleich die erste Frage auf. „Wer eignet wem was zu? Die verkürzte Antwort ist: Das Gedicht wird seinen Figuren gewidmet“ Dies wird schon im ersten Vers deutlich, wo das lyrische Ich sich direkt an seine Figuren wendet: „Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten!“ (vl. V.1) Ob es sich bei dem lyrischen Ich um Goethe handelt, ist schwer zu sagen, liegt aber auf den ersten Blick nahe, da es sich hier an die Figuren aus Faust wendet.

Obwohl die Zueignung eine Vorrede bzw. einer von drei Prologen ist, kann man durchaus sagen, dass hier schon die erste Dimension des literarischen Werks eröffnet wird.“ Wir beleuchten hier, im ersten Prolog, die Dimension des Schaffens, also die des Autors. Dies wird dadurch deutlich, dass es in Zueignung um den Schaffensprozess der Figuren des Werks Faust geht.

Dabei ist das lyrische Ich sich unsicher, ob es die Bilder wieder zu lassen und sich den Schaffensprozess wieder aufnehmen soll. Es bringt also „seine Unsicherheit zum Ausdruck die „schwankenden Gestalten“, also seine aus der Phantasie entstandenen Figuren, wieder zum Leben zu erwecken“ Jedoch möchte es sie zulassen, da es ihn glücklich macht: „Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage“ (vgl. V.9) Die anfänglichen Fragen der Unsicherheit, „Versuch ich wohl euch diesmal fest zu halten? Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt“ (vgl. V.4f.), treten in den Hintergrund aufgrund der Sehnsucht, weswegen sich das lyrische Ich doch wieder dem Schaffensprozess zu wendet.

VORSPIEL AUF DEM THEATER

Während er mit der „Zueignung“ also einen zunächst individuellen Prolog erschafft, stellt er den Faust als Stück hier in einen kunsthistorischen Zusammenhang“ In diesem Prolog spiegeln sich Goethes Erfahrungen als Theaterdirektor, Dichter und Schauspieler wieder. Diese drei Seiten haben jeweils unterschiedliche Interessen und Ansprüche an ein Theaterstück. In diesem Prolog wird Faust nicht mehr nur aus der Perspektive des Schaffens beleuchtet, sondern „in seiner Funktion als (Menschheits-)Drama beleuchtet.“ Goethe will mit diesem Prolog ausdrücken, dass Faust eine Tragödie ist, die all diesen Ansprüchen genügen soll.

PROLOG IM HIMMEL

Der erste Prolog handelt also von der Perspektive des Autors, der zweite von der Perspektive des Theaters und des Publikums und der dritten von der Perspektive des gesamten Universum. In diesem Prolog wird also der Faust „in einen universalen Zusammenhang gestellt„. Die Engel preisen Gottes Schaffen vom gesamten Universum bis zum Menschen. Vom Menschen aus wird dann Bezug zum Faust genommen. Dabei haben Gott und Mephisto unterschiedliche Menschenbilde, die sie „anhand von Faust zu überprüfen gedenken„. Gott glaubt an das Gute im Menschen und dass sie immer auch im Bösen zum Guten finden. „Ein guter Mensch in seinem dunkeln Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst.“ (V.328f.) Mephisto hingegen ist sicher, dass er den Menschen vom rechten Pfad führen kann und an sich ein sehr schlechtes Menschenbild.

Ich hoffe, der Beitrag hat euch gefallen. Schreibt mir gerne eure Gedanken zu den drei Prologen in die Kommentaren.

LG eure Thot

Quelle: https://bobblume.de/2019/04/07/unterricht-faust-i-zusammenfassung/

Prolog im Himmel

Im dritten und letztem Prolog geht es um ein Gespräch zwischen dem Herrn und Mephistopheles. Letzterer beklagt sich bei Gott über die Menschen, beide kommen zu Faust und schließen schließlich eine Wette ab. Mephistopheles will Faust vom rechten Weg führen, Gott aber glaubt aber an das Gute im Menschen.

GOTTES BILD VOM MENSCHEN

Es irrt der Mensch so lange er strebt.„(V.317) So lange der Mensch sich auf der Erde befindet und Ehrgeizig ist, irrt er in der Welt umher.

Ein guter Mensch in seinem dunkeln Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst.“ (V.328f.) Selbst in seiner dunkelsten Stunde findet der Mensch immer den richtigen Weg zu leben und wendet sich immer dem Guten zu.

Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen […] Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu, der reizt und wirkt…„(V.340-343) Der Mensch braucht ständige Herausforderung, ansonsten verliert er sein Potenzial und wird faul und träge.

MEPHISTOPHELES BILD VOM MENSCHEN

Er sieht die Menschen als „Gesinde“ (V.274), also als niedere Dienerschaft Gottes.

Bleibt stets vom gleichen Schlag“ (V.281) Der Mensch ändert sich nie und bleibt immer so armselig, wie er jetzt ist.

Der Mensch ist „tierischer als jedes Tier“ (V.286) und so lästig „wie eine der langbeinigen Zikaden“ (V.288)

Auch ist er sich seiner „Tollheit halb bewusst“ (V.303), also seiner Verrücktheit

Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne, und von der Erde jede höchste Lust“ (V.304f.) Der Mensch bekommt nie genug, sondern strebt immer nach höherem und selbst wenn er es erreicht, ist er nicht zufrieden.

Vorspiel auf dem Theater

Im zweiten Prolog von Goethes Faust streiten sich die verschiedenen Figuren darum, was die wichtigen Voraussetzungen für ein gutes Theaterstück sind. Sie vertreten dabei verschiedene Interessen.

Der Direktor vertretet die Seite der Unternehmer, die lustige Person möchte das Publikum unterhalten und der Dichter will ein vollkommenes Kunstwerk, das die Menschen berührt.

Dem Direktor geht es nur um das Geld und den Menschen daher so viel zu bieten, wie es geht, damit sie zufrieden sind. „Denn freilich mag ich gern die Menge sehen, wenn sich der Strom nach unsrer Buch drängt“ (vgl. V.49f.); „Zu solchem Zweck, die holden Musen? Ich sag Euch, gebt nur mehr, und immer mehr, so könnt ihr Euch vom Ziele nie verirren“ (vgl. V.128-130)

Die lustige Person möchte zum einen das Publikum unterhalten, es erfreuen, aber auch von diesem geliebt werden. „Er wünscht sich einen großen Kreis um ihn gewisser zu erschüttern“ (vgl. V.83f.); „Wer machte denn der Mitwelt Spaß? Den will sie doch und soll ihn haben.“ (vgl. V.77f.)

Dem Dichter geht es nur um vollendete Kunst und etwas zu erschaffen, dass alle Zeiten überdauert. Das Publikum an sich, interessiert ihn nicht wirklich. „Nein, führe mich zur stillen Himmelsenge, wo nur dem Dichter reine Freude blüht; wo Lieb und Freundschaft unsreres Herzens Segen mit Götterhand erschaffen und erpflegen“ (vgl. V.63-66); „Das Echt bleibt der Nachwelt unverloren“ (vgl. V. 49f.)

Zueignung

Der erste Prolog in Goethes Faust ist eine Widmung, ob an das Publikum oder an sich selbst ist nicht ganz klar.

In diesem Monolog erzählt das lyrische Ich von seinem Verhältnis zu diesem Werk. Ihm liegt sehr viel an diesem, denn es lässt ihn nicht los, sondern die „schwankenden Gestalten“ (V.1), also die Figuren, tauchen immer wieder in seinem Gedächtnis auf. Es bringt ihm Glück und Freude an diesem Werk zu arbeiten: „Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage“ (V.9) Er sehnte sich lange mit seinem Herzen nach den Figuren, sodass er letztendlich alles niederschreibt und sie damit zur Wirklichkeit bringt: „Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen […] und was verschwand wird mir zu Wirklichkeiten.“ (V.25-32)

Für einen vollständigen Überblick über diesen Prolog, folgt nun eine Inhaltsangabe

1.Strophe: Das lyrische Ich berichtet über seine ersten Gedanken zu Faust und wie diese ihn immer wieder heimsuchen.

2.Strophe: Die Ideen bringen gute Erinnerungen und deshalb versucht er sie mit seinem Verstand zu fassen.

3.Strophe: Die ersten, die sein Werk hörten (seine Freunde) sind nicht Teil des neuen, fremden Publikums. Doch auch das neue Publikum ist bewegt/begeistert.

4.Strophe: Das lyrische Ich sehnt sich nach seinen Figuren und möchte sie zurück, weswegen er sie Teil der Wirklichkeit werden lässt, er sie also nieder schreibt.

Formal handelt es sich bei Zueignung um eine Stanze. Dabei handelt es sich um eine italienische Strophenform, die einen fünfhebigen Jambus hat und deren letztes Reimpaar oft einen inhaltlichen Bruch darstellt oder als Synthese einen krönenden Abschluss bildet.

Einführung

Ich dachte bevor ich in dieser neuen Kategorie einfach irgendwelche Texte veröffentliche, wollte ich kurz einmal erklären, worum es hier geht. Dieses Lesejournal wird sich erst mal um Faust den ersten Teil drehen. Ich veröffentliche also meine Eindrücke und Gedanken zu jeweiligen Textabschnitten.

Wie gesagt, dreht sich hier erstmal alles um Goethes Faust, aber vielleicht kommen in Zukunft auch Einträge zu anderen Werken.

Bis dahin bleibt gesund in dieser schwierigen Zeit.

Eure Thot

Licht & Dunkelheit

Das kleine Mädchen zitterte in ihren dünnen Lumpen, die ihr zudem ständig von der Schulter oder den Hüften rutschte. Die Angst stand ihr ins Gesicht geschrieben, während sie durch die dunklen und schmutzigen Gassen eilte. Immer wieder stolperte sie in ihrer Panik über ihre eigenen Füße und schlug auf das harte Kopfsteinpflaster auf. Blut vermischte sich mit den heißen Tränen, als sie sich über die eingefallenen Wangen wischte. Nicht weinen. Nicht weinen, kleine Rose. Der Duft von Zimt und Kiefernadeln stieg dem Mädchen in die Nase und ließ sie aufschluchzen. Stimmen drangen an ihr Ohr. Sie kamen von dem stetig heller werdenden Licht. Eilig rappelte sich die Ängstliche wieder auf und stolperte weiter durch die finstere Nacht. Sie durften sie nicht finden. Sie nicht erreichen. Die Stimmen wurden lauter. Das Licht bekämpfte die Dunkelheit. Sie würde verlieren. Das Mädchen holte alles aus sich heraus. Aber es genügte nicht. Ein letztes Aufbäumen der Dunkelheit, dann war es vorbei. Das Licht hatte gesiegt.   

Nicht immer ist das Licht auch das Gute…

Liebe Grüße eure Thot

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